Der Eigentümerverband Haus und Grund bewirbt überarbeitete oder erweiterte Leistungen im Bereich Rechts- und Steuerberatung als Mitgliedervorteil. Die Organisation reagiert damit offenbar auf wachsenden Beratungsbedarf ihrer Mitglieder in Zeiten steigender Grundsteuerbelastung, neuer Mietrechtsreformen und komplexer Nebenkostenabrechnungen.

Für private Vermieter und Eigentümer entstehen durch diese Entwicklungen neue Herausforderungen. Viele von ihnen betreuen kleinere Bestände und verfügen nicht über umfassende juristische oder steuerliche Kenntnisse. Gerade bei kleineren Objektbeständen ist professionelle externe Beratung oft kostenintensiv. Ein verbandsgetragenes Beratungsangebot kann diese Lücke schliessen.

Fragen zur korrekten Abrechnung von Nebenkosten, zu Mietverträgen und Kündigungen sowie zur Umsetzung gesetzlicher Neuerungen sind für Vermieter alltägliche Herausforderungen. Ungenaue Abrechnungen führen regelmässig zu Konflikten mit Mietern und können rechtliche Konsequenzen haben. Für Wohnungseigentümergemeinschaften spielen zusätzlich Fragen rund um Hausgeld, Sonderumlagen und die Verwaltung von Gemeinschaftseigentum eine zentrale Rolle.

Die Ausweitung der Beratungsleistungen ist ein Baustein, um die Bindung der Mitglieder zu stärken und die Relevanz von Haus und Grund als Interessenvertretung zu untermauern. Verbände wie Haus und Grund müssen ihre Leistungen dabei gegenüber digitalen Dienstleistern abgrenzen. Während PropTech-Anbieter auf Automatisierung und Self-Service setzen, liegt die Stärke von Verbandsberatung in der persönlichen Ansprache und der Möglichkeit, komplexe Einzelfälle zu besprechen. Gerade bei rechtlichen Grauzonen oder individuellen Steuerfragen bevorzugen viele Eigentümer den direkten Kontakt zu einem Berater.